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Sicherheiten prüfen – Bonität von Mietinteressenten realistisch einschätzen

Die wichtigste Maßnahme gegen Mietausfall ist eine realistische Einschätzung der Zahlungsfähigkeit des künftigen Mieters. Wer Einkommen, Bonität und Sicherheiten sorgfältig prüft, reduziert das Risiko späterer Zahlungsschwierigkeiten deutlich – ohne dabei gegen Datenschutz- oder Gleichbehandlungsregeln zu verstoßen.

Dieser Überblick zeigt, welche Unterlagen Vermieter üblicherweise anfordern, wie sie diese bewerten können und welche zusätzlichen Sicherheiten – etwa Bürgschaften oder höhere Kautionen – in Frage kommen.

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Grundlage: Mieterselbstauskunft & Einkommensnachweise

Die Mieterselbstauskunft ist das zentrale Instrument, um einen ersten Eindruck von der finanziellen Situation eines Interessenten zu gewinnen. Ergänzt wird sie in der Praxis durch Gehaltsnachweise oder andere Einkommensnachweise.

  • Mieterselbstauskunft mit Angaben zu Arbeitgeber, Einkommen, Haushaltsgröße und bisherigen Mietverhältnissen.
  • Aktuelle Gehaltsabrechnungen (meist der letzten 3 Monate) oder Renten-/Leistungsbescheide.
  • Bei Selbstständigen: aktuelle BWA oder Steuerbescheide als Einkommensnachweis.

Ein gängiger Richtwert ist, dass die Warmmiete nicht deutlich mehr als ein Drittel bis maximal die Hälfte des regelmäßigen Nettoeinkommens betragen sollte. Entscheidend ist aber immer die Gesamtsituation, etwa zusätzliche Unterhaltsverpflichtungen oder unregelmäßige Einkommen.

Bonität prüfen: Auskunft & Mietschuldenfreiheitsbescheinigung

Neben den Einkommensnachweisen kann eine Bonitätsauskunft helfen, das Risiko offener Forderungen besser einzuschätzen. Ebenfalls üblich ist die Nachfrage nach einer Mietschuldenfreiheitsbescheinigung des Vorvermieters.

  • Bonitätsauskunft (z. B. über eine Auskunftei) nach ausdrücklicher Einwilligung des Interessenten.
  • Mietschuldenfreiheitsbescheinigung als Indikator dafür, dass in der Vergangenheit regelmäßig gezahlt wurde.
  • Abgleich der Angaben aus der Selbstauskunft mit den vorgelegten Unterlagen.

Wichtig: Auch eine gute Bonitätsauskunft ist keine Garantie gegen spätere Zahlungsschwierigkeiten. Sie zeigt aber, ob es in der Vergangenheit bereits Auffälligkeiten im Zahlungsverhalten gab.

Kaution & Bürgschaft – zusätzliche Sicherheiten nutzen

Die Mietkaution ist die klassische Sicherheit im Mietverhältnis. Sie dient dazu, offene Forderungen auszugleichen, etwa bei ausstehenden Mieten oder Schäden an der Wohnung. In einigen Fällen kann zusätzlich eine Bürgschaft sinnvoll sein – etwa bei Auszubildenden oder Studierenden.

  • Mietkaution in vertraglich zulässiger Höhe vereinbaren und getrennt vom eigenen Vermögen anlegen.
  • Bei geringem Einkommen: Eltern- oder Bankbürgschaft als zusätzliche Sicherheit prüfen.
  • Bürgschaftserklärung klar formulieren (Umfang, Dauer, Höchstbetrag festhalten).

Kaution und Bürgschaft ersetzen keine Bonitätsprüfung, können aber helfen, das finanzielle Risiko im Schadensfall zu begrenzen. Wichtig ist eine rechtssichere Gestaltung im Mietvertrag.

Plausibilitätscheck: Unterlagen & persönliche Eindrücke kombinieren

Neben Zahlen und Dokumenten spielt auch ein plausibler Gesamteindruck eine Rolle. Vermieter sollten Angaben aus der Selbstauskunft mit den Unterlagen abgleichen und auf Widersprüche achten.

  • Passen Einkommensangaben zu den vorgelegten Nachweisen?
  • Sind frühere Adressen, Mietdauer und Arbeitgeberdaten nachvollziehbar?
  • Wirkt der Interessent bei Rückfragen offen oder ausweichend?

Entscheidungen dürfen dabei nicht willkürlich oder diskriminierend getroffen werden. Erlaubt ist aber, anhand sachlicher Kriterien (z. B. nachgewiesenes Einkommen, Haushaltsgröße, Dauer des Arbeitsverhältnisses) zwischen mehreren Bewerbern abzuwägen.

Datenschutz & Dokumentation – nur so viele Daten wie nötig

Auch bei der Prüfung von Sicherheiten gilt: Vermieter dürfen nur solche Informationen erheben, die für die Entscheidung über das Mietverhältnis erforderlich sind. Besonders sensible Daten sollten nur abgefragt werden, wenn ein konkreter Bezug besteht.

  • Einwilligung zur Datenerhebung und Bonitätsauskunft einholen und dokumentieren.
  • Unterlagen sicher aufbewahren und nur so lange speichern, wie dies für die Zweckbestimmung nötig ist.
  • Bei Absage an andere Interessenten: nicht benötigte Unterlagen zeitnah vernichten.

Eine klare, standardisierte Vorgehensweise hilft, Auswahlprozesse transparent und rechtssicher zu gestalten – und erleichtert im Streitfall die Nachvollziehbarkeit der Entscheidung.

Redaktioneller Überblick der Redaktion 1A-Portale.de. Die Inhalte bieten Orientierung und ersetzen keine individuelle Rechtsberatung.

 


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